ThomasMesse

„Selig sind, die Verfolgung ausüben“

(Bonizo von Sutri, Liber ad amicum, nach 1080)

Am Samstag, dem 05. November 2016, um 18 Uhr laden wir wieder ein zur Darmstädter ThomasMesse, einem Gottesdienst für Suchende, Zweifler und andere Christen. Da an diesem Wochenende die Wanderfriedenskerze in St. Ludwig sein wird, soll es um das Thema Frieden in den Religionen gehen. Der religiös motivierte Terror, dessen Zeugen wir sind, wirft einmal mehr die Frage nach dem Gewaltpotenzial namentlich in den monotheistischen Glaubensrichtungen auf. Die Aussagen der heiligen Bücher – Altes Testament, Neues Testament, Koran – sind bemerkenswert widersprüchlich. Selbst Jesus lässt sich nicht auf eine Aussage festlegen. Sein Wort „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch“ steht neben “Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ Solche Ambivalenzen ließen (und lassen) Raum für willkürliche und den eigenen politischen Interessen dienende Deutungen und Umsetzungen. Gibt es sie, die gültige Friedenszusage Gottes? Dies ist eine der zutiefst aufwühlenden Fragen. Die Last der Geschichte kann uns bedrücken, die Unfähigkeit zum Frieden im Spiel der Machtinteressen ist eine für das Überleben der Menschen zentrale Herausforderung. Um diese Fragen soll es im gemeinsamen Gebet und im persönlichen Nachdenken gehen. Die Einladung zum Agapemahl und zur Feier der Eucharistie versammelt danach die Teilnehmenden um den Altar, das bis heute in einer verfehlten Opfertheologie missverstandene Zeichen des Friedens.