Liebe Gemeindemitglieder,

liebe Freundinnen und Freunde von St. Ludwig, 

„Sommer ist, was in deinem Kopf passiert“ sangen vor einigen Jahren die Wise Guys, unverzichtbarer Bestandteil von Kirchentagen und anderen Großtreffen, in einem ihrer bekanntesten Songs. Da ging’s um Badefreuden, Sonne pur, die Traumfrau oder, im Gegenteil, um schlechtes, nasskaltes Wetter. Von den Belastungen und Unsicherheiten einer Pandemie konnte die Gruppe noch nichts wissen. Ist ja auch menschlich - allzu menschlich: Wenn nicht gerade aktuell eine Gefährdung besteht, tun wir, als gäbe es das tatsächlich nicht. Nichts ist wirkmächtiger als das Verdrängen und Vergessen. Zugegeben: Manchmal kann Letzteres auch heilsam sein.

Noch sind wir in Deutschland und weltweit mitten drin. Normalität sieht anders aus und kann durch Sorglosigkeit oder mangelnde Rücksichtnahme nicht vorgetäuscht werden. Die neuesten Entwicklungen mit plötzlichen Corona-Hotspots geben zu denken. Gigantische Kraftanstrengungen sind nötig, um die schlimmsten Folgen der Pandemie abzumildern. Ob sie auf Dauer helfen werden, ist noch längst nicht ausgemacht. Erst recht nicht, ob die Menschen bereit sind, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. Die Erfahrungen aus der Geschichte und die Ereignisse der letzten Tage stimmen nicht übermäßig optimistisch.

Blickt man zurück auf die Auswirkungen der Pandemie in unserer Gemeinde, könnte sich der Eindruck eines großen Scherbenhaufens aufdrängen: die enorme Anzahl ausgefallener Gottesdienste, Konzerte, Veranstaltungen und Sitzungen der Gremien, keine KjG-Events, kein Café Ludwig, keine Erstkommunion … Erst allmählich können wir es wagen, Gruppentreffen mit physischer Präsenz durchzuführen, Events zu planen und nach den Sommerferien auch wieder ein musikalisches Angebot zu machen, obgleich in bescheidenerem Rahmen. Aber es ist ein Anfang.

Weniger sichtbar sind die die Verwerfungen die das Coronavirus im Bewusstsein der Menschen, in ihrem Glaubensleben und ihrem Glaubensvollzug bewirkt hat. Das Besuchs- und Kontaktverbot zuhause, im Krankenhaus, in den Altenheimen hat uns vor Augen geführt, wie unverzichtbar persönliche Begegnungen sind. In der nächsten Zeit werden wir versuchen, im Rahmen des uns Zugestandenen die Kontakte zu erneuern. Leider können wir den 750. Todestag unseres Kirchenpatrons, des hl. Ludwig, nicht auch in einem großen Gemeindefest begehen. Wir sind nicht besser dran als die Stadt, die die großen Sommerfeste – Schlossgrabenfest, Heinerfest und auch das Weinfest – absagen musste bzw. muss. Seien wir dennoch zuversichtlich!

Die Sommerferien nahen. Manche werden Pläne gemacht haben, andere zögern, sicher werden viele ihren Urlaub zuhause oder in Deutschland verbringen. Wir wünschen Euch und Ihnen allen eine gute und erholsame Zeit, einen Raum der Ruhe und Entspannung. Sommer ist tatsächlich zu einem guten Teil, was im Kopf passiert. Und natürlich im Herzen.

Ein passendes Lied zur Jahreszeit bietet unser Gotteslob unter Nr. 465. Es mag als Impuls für die kommenden Wochen diese Vorbemerkungen beschließen:

 

1. Das Jahr steht auf der Höhe, die große Waage ruht. Nun schenk uns deine Nähe und mach die Mitte gut, Herr, zwischen Blühn und Reifen und Ende und Beginn. Lass uns dein Wort ergreifen und wachsen auf dich hin.

2. Kaum ist der Tag am längsten, wächst wiederum die Nacht. Begegne unsren Ängsten mit deiner Liebe Macht. Das Dunkle und das Helle, der Schmerz, das Glücklichsein nimmt alles seine Stelle in deiner Führung ein.

3. Das Jahr lehrt Abschied nehmen schon jetzt zur halben Zeit. Wir sollen uns nicht grämen, nur wach sein und bereit, die Tage loszulassen und was vergänglich ist, das Ziel ins Auge fassen, das du, Herr, selber bist.

4. Du wächst und bleibst für immer, doch unsre Zeit nimmt ab. Dein Tun hat Morgenschimmer, das unsre sinkt ins Grab. Gib, eh die Sonne schwindet, der äußre Mensch vergeht, dass jeder zu dir findet und durch dich aufersteht.

Bleiben Sie behütet und gesegnet! Ihr Pfarrteam von St. Ludwig

Christoph Klock   Lothar Landvogt     Elisabeth Prügger-Schnizer

Jorin Sandau        Julita Brückner

 

Information zur Corona-Pandemie

für die katholische Innenstadtkirche St. Ludwig finden Sie in den aktuellen Mitteilungen.

Unter Nr. 08 gib es Hinweise zum Anmeldeverfahren